22.03.2021

Design Sprints zur Produktentwicklung anwenden

Wie Sie in nur fünf Tagen neue Ideen entwickeln und testen

Design Sprints

Ein neues Produkt, eine digitale App oder Ideen für Content in nur fünf Tagen entwickeln? Was auf den ersten Blick zu schön klingt, um wahr zu sein, macht die Methode der Design Sprints in der Praxis möglich. Heute geben wir Ihnen einen Einblick in die Funktionsweise und Sie erhalten Tipps für die Durchführung.

Warum es die Methode der Design Sprints gibt

B2B Unternehmen stehen häufig vor der Herausforderung, wie sie komplexe Produkte oder Dienstleistungen schnell als Prototypen entwickeln, in den Markt einbinden und mit Kundenstimmen belegen können. Der Design Sprint wurde von Google Ventures entwickelt und ist ein kompaktes Framework, um Ideen zu validieren und Probleme zu lösen. Die Methode vereint Ansätze des Design Thinkings, UX Designs, Lean Startups und agiler Entwicklung. Sie ermöglicht es Ihnen, komplexe Themen zügig in das Prototypen-Stadium zu bringen und Feedback Ihrer Anwender zu erhalten. Einmal verinnerlicht, können Sie die Methodik auf unterschiedliche Bereiche übertragen, zum Beispiel für die digitale Produktentwicklung, die Erarbeitung von neuem Content oder der Erstellung von Konfiguratoren auf Ihrer Website. Wir selbst haben Design Sprints bereits genutzt, um beispielsweise intern unser Produkt zur digitalen Transformation auszuarbeiten und um gemeinsam mit unserem Kunden S.I.E SOLUTIONS ein Medizinprodukt zu entwerfen.

Was Sie beim Design Sprint beachten sollten

Der klassische Sprint teilt sich auf fünf Tage auf. Zu Beginn steht Ihr Problem, das Sie mithilfe der Methodik lösen möchten. Klären Sie vorab, wer in dieses Projekt einbezogen werden soll. Wir empfehlen dabei ein breites Spektrum an Mitarbeitern unterschiedlicher Gewerke, um das Know-How verschiedener Kompetenzträger einzuholen, zum Beispiel Design, UX, Entwicklung und Ihr Kunde als wichtigen Feedbackgeber. Entscheidender als die Quantität ist hierbei die Qualität in Form des Teamsettings. Von daher sollten auf einen Moderator nicht mehr als 10 bis 15 Teilnehmer zusammenkommen.

Wichtig ist ebenfalls die Raumgestaltung. Führen Sie den Design Sprint digital durch, nutzen Sie ein gutes, vielseitiges Kollaborationstool wie Miro oder Mural. Sollten Sie in ferner Zukunft einen Workshop vor Ort durchführen, empfehlen wir, keinen klassischen Meeting-Raum zu wählen, sondern einen kreativen Space mit viel Raum für Ideen und Gestaltung zu nutzen.

Diese fünf Tage sind entscheidend für den Erfolg des Projekts. Sie denken nun vielleicht: “Wie sollen wir uns fünf Tage von unserem Tagesgeschäft loslösen?” – Wir verstehen das. Unsere Erfahrung zeigt, dass es hilft, die Sprint-Tage erst um 10 Uhr zu starten. So hat jeder Mitarbeiter den Morgen noch frei für wichtige E-Mails und Telefonate. Machen Sie sich bewusst, dass Sie zwar eine Woche Ihrer Zeit investieren müssen, dafür aber schnell zu sichtbaren Ergebnissen kommen. Es ist wichtig, einige Spielregeln für den Workshop-Verlauf aufzustellen, zum Beispiel dass Telefone und Rechner ausgeschaltet sind, um den Fokus zu halten. Zeit für dringende Themen räumen Sie den Teilnehmern in mehreren Pausen ein.

Wie Sie bei einem Design Sprint vorgehen

Jeder Tag hat einen spezifischen Schwerpunkt:

  • Tag 1: Am Montag einigen Sie sich auf ein langfristiges Ziel, das Sie zur Lösung Ihres Problems mithilfe des Design Sprints erreichen möchten. Sie analysieren Ihren Ist-Stand und erarbeiten eine Strategie, um das Ziel zu erreichen. Dafür sind die sogenannten WKW-Notizen hilfreich, bei denen Sie gemeinsam mit Ihren Experten Fragen nach dem Muster “Wie können wir …” erarbeiten und beantworten.
  • Tag 2: Am Dienstag erarbeiten Sie Lösungsansätze für Ihre Problemstellung. Um sich auf diese Aufgabenstellung einzulassen, nehmen Sie bereits vorhandene Ideen in Ihrem Unternehmen und überprüfen Sie, wie diese verbessert oder neu kombiniert werden können. Den Nachmittag nutzen Sie und Ihre Teilnehmer dafür, konkrete Lösungsskizzen zu erarbeiten.
  • Tag 3: Sie haben nun eine Sammlung an verschiedenen Lösungsvorschlägen. Der Mittwoch dient dazu, diese kritisch zu beurteilen und zu entscheiden, welche Idee das größte Potenzial bietet, Ihr Ziel zu erreichen. Die zweite Tageshälfte nutzen Sie, um die besten Ansätze dieser Idee zu einem Storyboard zu verweben, das Sie für die konkrete Planung Ihres Prototyps verwenden.
  • Tag 4: Am Donnerstag verwandeln Sie Ihr Storyboard in einen realistischen Prototypen. Entscheidend dafür ist eine gute Aufgabenverteilung im Team und das richtige Instrument. Handelt es sich bei Ihrem Produkt beispielsweise um eine App, können Sie auf Keynote oder PowerPoint zurückgreifen. Ein Gegenstand hingegen lässt sich gut mithilfe eines 3D-Druckers veranschaulichen.
  • Tag 5: Sie sind am letzten Tag Ihrer Sprint-Woche angelangt und haben verschiedene Lösungen generiert, die besten ausgesucht und einen ersten Prototyp erstellt. Nutzen Sie den Freitag, um Ihr Produkt anhand von Kundeninterviews und Beobachtungen zu testen. Anhand der Reaktionen gewinnen Sie wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung Ihres Produkts und erhalten direktes Marktfeedback.

Beachten Sie, dass ein Design Sprint eine Art “emotionale Reise” für Sie und die Beteiligten darstellt. Es wird Höhen und Tiefen geben. Das Ergebnis wird wahrscheinlich kein komplett fertig erstelltes Produkt sein, das Sie am nächsten Tag vermarkten können. Aber Sie haben in fünf Tagen einen Prototypen entwickelt und direktes Kundenfeedback erhalten, auf das Sie nun optimal aufbauen können. Um diese kleine Reise gemeinsam mit den Teilnehmern in schöner Erinnerung zu behalten, eignet sich ein gemeinsamer Ausklang mit allen Beteiligten oder auch ein kleines Andenken an dieses Projekt wunderbar.

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe zur Umsetzung eines Design Sprints für Ihr B2B Unternehmen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Für weitere Anregungen zu verschiedenen B2B Marketing Trends und Expertentipps, Webinaren und Case Studies können Sie hier unseren Newsletter abonnieren.

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